header2019

Unter Gottes Segen begann am Montag, dem 16. September 2019 für 33 Interessierte aus der Pfarrei St. Margareta Kahl, der Pfarreiengemeinschaft Lumen Christi entlang der Mömling und aus weiteren Pfarreien am Untermain die Pilgerreise zu den wichtigsten kulturellen und geistlichen Zielen in Südpolen. 

Sehr bequem durften wir die Reise im Bus zurücklegen, ganz ohne die üblichen Strapazen einer Pilgerschaft auf uns zu nehmen. Ein Luxus, den uns Pfarrer Mariusz Kowalski gleich zu Beginn bewusst machte. Trotz aller Annehmlichkeiten versprach die Reise, durchaus auch anstrengend zu werden - uns erwartete ein volles Programm. Die Busfahrten und die Besuche der unzähligen wunderbaren Gotteshäuser nutzten wir für geistliche Impulse und für gemeinsames Singen und Beten. Die vielfältigen Ziele stellten darüber hinaus auch ein buntes kulturelles Portfolio dar.

In Breslau empfing uns unsere polnische Reiseleiterin Barbara. Sie sprühte vor Energie, Wissen und Begeisterung für ihr Land und brachte uns die wechselvolle Geschichte Polens nahe, führte uns zu den wichtigsten Kultur- und Gedenkstätten in Breslau, Oppeln und Krakau, besuchte mit uns die ausgesprochenen Highlights der Reise und würzte alles mit charmanten Anekdoten über das deutsch-polnische Selbstverständnis.

„Wir Polen schätzen die deutsche Pünktlichkeit.“ Dieser Satz gemahnte die Gruppe mehrmals täglich, zur festgesetzten Abfahrtszeit auch wirklich pünktlich zu erscheinen, denn “wir haben keine Zeit” - sie hätte eine Stunde erzählen können oder den ganzen Tag, aber “wir gehen weiter”, um wenigstens einen groben Eindruck zu gewinnen vom Land, seiner Geschichte, seiner Kultur, seinen Sehenswürdigkeiten, seinen Kirchen, seinen Menschen...

Barbara schwärmte von der polnischen Küche, die sooo viele leckere Gerichte bietet; und sie alle schmecken “extra”. Wir stimmten bald in ihr Loblied ein und ließen uns gerne kulinarisch überraschen und verwöhnen.

Die großen Städte Breslau und Krakau konnten wir  in den wenigen Stunden, die uns zur Verfügung standen nicht wirklich erfassen – sie sind in jedem Fall mindestens eine weitere Reise wert. 

Die “Zwergenstadt” Breslau gilt als eine der schönsten Städte Polens. Mit ihren zahlreichen Oder-Armen über die unzählige Brücken gespannt sind, ist sie das Venedig des Ostens. Wunderbar restaurierte Häuser machten uns den Stadtspaziergang zum Genuss. Pünktlich zum Angelus-Läuten standen wir vor dem Breslauer Dom, der dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist. Wir sangen gemeinsam den Engel des Herrn. Ein bewegender Augenblick für alle.

Auf dem Weg nach Krakau erreichte unsere Pilgergruppe Tschenstochau. An diesem Ort besonderer Gnade besichtigten wir Kirche und Kloster und durften, gemeinsam mit einer Pilgergruppe aus Passau, in der Gnadenkapelle vor der wundertätigen Ikone der Schwarzen Madonna, der so genannten Königin Polens, dem größten Marienheiligtum Mitteleuropas, mit unserem Pfarrer Mariusz Kowalski Gottesdienst feiern. Die Vielzahl der Pilger, die sich zu diesem Gottesdienst mit uns versammelte - ziemlich sicher ohne unsere Worte zu verstehen - vertiefte die Bedeutung und Besonderheit dieser Eucharistiefeier.

Am nächsten Tag erwartete die Gruppe das vollständige Gegenteil: ein Ort unvorstellbaren Grauens. Wir besuchten die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Auschwitz-Birkenau. Obgleich uns Herr Werner Schmitt auf das einstimmte, was uns dort erwartete, blieben alle tief betroffen und sehr schweigsam zurück. 

In Wadowice besichtigte die Pilgergruppe das Geburtshaus von Karol Wojtyla, dem Hl. Johannes Paul II, sowie die Basilika am Johannes-Paul-II-Platz in der er getauft wurde und deren Ursprung ins 14. Jahrhundert zurückgeht. Ganz irdisch konnten wir in Wadowice auch die so genannte “Papstschnitte” kosten, ein leckerer Kuchen, der uns den Nachmittag versüßte.

Den folgenden Tag verbrachten wir in Krakau. Die Perle an der Weichsel, verzauberte uns nicht nur mit ihren Bauwerken, die, von den kriegerischen Auseinandersetzungen unbeschadet, Denkmäler bieten von der Romantik bis zum Jugendstil Europas, aus der Gotik und der Renaissance. Der Hauptmarkt ist geprägt von der Marienkirche und den Tuchhallen. Über der Stadt thront die imposante Burganlage auf dem Wawel. Hier, in der Wawel-Kathedrale, wurden seit Baubeginn im Jahr 1320 alle polnischen Könige gekrönt - immerhin bis ins Jahr 1795.

Krakau faszinierte darüber hinaus mit einem friedlichen Beieinander unterschiedlichster kultureller Einflüsse. Unsere Gruppe wohnte im Stadtteil Kazimierz, dem jüdischen Viertel Krakaus - ein Ort voller Leben und Lebensfreude. Neben unseren Stadtführungen und gemeinsamen Besichtigungen blieb uns hier auch ein wenig Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und persönliche Akzente zu setzen.

Gemeinsam besichtigten wir das Salzbergwerk in Wieliczka. Es beeindruckte uns mit einem Labyrinth aus Kammern, Kapellen, Schächten und verblüffend tiefen Salzseen, mit Statuen, Krippen und Altären - einer unterirdischen Welt ganz aus Salz.

In Lagiewniki besuchte unsere Pilgergruppe einen weiteren wichtigen Wallfahrtsort der Polen, den wir nicht nur für Besichtigung sondern auch zu Einkehr und Gebet nutzten: das Sanktuarium der Göttlichen Barmherzigkeit  - mit dem Gnadenbild des Barmherzigen Jesus und dem Grab und den Reliquien der Hl. Faustyna.

Den Abschluss unseres Krakau-Aufenthaltes bildete der Sonntagsgottesdienst, den wir gemeinsam mit der polnischen Gemeinde und unserem Pfarrer Mariusz Kowalski in der Fronleichnamsbasilika in Kazimierz feiern durften. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde uns sogar ein Besuch der riesigen, großartigen Sakristei mit nebenliegender Schatzkammer gewährt. Ganz spontan und feierlich stimmten wir gemeinsam das Lied “Großer Gott wir loben Dich” an. Auch wenn Diakon Thomas Seibert die polnischen Texte aus Lesung und Evangelium im Bus mit uns nacharbeiten “musste”, eindrucksvoll und nachhaltig wirkte diese besondere Eucharistiefeier in uns nach.

Ein Besuch in Dresden rundete die einwöchige Pilgerfahrt ab. In der sächsischen Landeshauptstadt, die gerne auch Elbflorenz genannt wird, besichtigte die Gruppe natürlich die Altstadt und einen Teil des Umlandes, mit dem Bus und zu Fuß. Wir widmeten unsere Aufmerksamkeit dem Zwinger und der Frauenkirche und ganz nach den individuellen Bedürfnissen besuchten wir die katholische Hofkirche mit ihren imposanten Heiligendarstellungen.

Zurück in unseren Heimatgemeinden wirken die Erlebnisse nach: die zwischenmenschlichen genauso wie die kulturellen, die weltlichen wie die geistlichen. Jeder hat sein ganz eigenes Päckchen auf diese Pilgerreise mitgenommen. Möge es durch die Erfahrungen leichter geworden sein.

bn/je

Das Pfarrbüro ist vom 29.10. - 08.11. sowie am 19.11.2019 geschlossen.

­