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Mit diesem Motto wollten wir uns am 24. April auf unseren dreitägigen Weg nach Rengersbrunn machen

und darüber nachdenken, wie schnelllebig unser Alltag mittlerweile geworden ist und wie wir als Getriebene durch unser Leben hasten.

Nun ist das Gegenteil eingetreten: Die Zeit scheint still zu stehen. Viel von der hektischen Betriebsamkeit ist verschwunden, Mobilität ist kein Thema mehr. Wir sind viel daheim und haben womöglich auch viel Zeit nachzudenken.

Dazu kommt die Sorge um die Gesundheit von unseren Familien und allen Menschen, die uns nahe stehen; die Sorge um unseren Arbeitsplatz um unseren wirtschaftlichen Wohlstand; die Sorge Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen und ganz einfach die Frage, wie lange das noch weitergeht.

Viele spüren auch Einsamkeit, weil vertraute Kontakte mit lieben Menschen nicht mehr direkt möglich sind. Freunde können sich nicht mehr treffen, Enkelkinder nicht mehr zu Besuch kommen, gemeinsames Feiern ist in weite Ferne gerückt.

Viele werden auch unsere Wallfahrt nach Rengersbrunn vermissen: Die Gedanken, Gebete aber auch die blühende Natur, die Gastfreundschaft und die Gemeinschaft untereinander.

Das alles geht leider nicht in diesen Tagen. Was aber geht, dass wir in Gedanken beieinander sind.

Gehen wir in den nächsten drei Tagen in unseren Gedanken nach Rengersbrunn!

Unser Wallfahrtskreuz ist für unseren Weg bereits geschmückt.

Viele von Euch werden den Weg nach Rengersbrunn fast schon auswendig vor Augen haben und können sich vorstellen, wie bei schönstem Frühlingswetter unser Weg aussieht.

Auf diesen Weg können wir alle unsere Bitten mitnehmen - und davon gibt es sicherlich viele. Nehmen wir uns in den nächsten Tagen Zeit, unsere persönliche Bitten zu formulieren. Vergessen wir dabei aber nicht auch unseren Dank. Vielleicht wird uns in diesen Tagen auch klar, dass es zwar viele Nöte und Sorgen gibt, aber auch mindestens genauso viel, wofür wir danken können - selbst oder gerade in diesen Tagen.

Vielleicht können wir am Sonntag um 15 Uhr daheim eine Kerze anzünden. Dann, wenn wir in Rengersbrunn ankommen würden und Pilgermesse feiern würden. Diese Kerze ist dann Symbol unserer Gemeinschaft und sie brennt für uns, unsere Bitten und unseren Dank.

Vertrauen wir darauf, dass wir im kommenden Jahr wieder als Gemeinschaft nach Rengersbrunn ziehen können!

Bis dahin möchten wir Euch einen Text mitgeben, der ein wenig Zuversicht machen soll. Er stammt vom 2005 verstorbenen Kabarettisten Hanns-Dieter Hüsch. Er hat diesen Text als Glaubensbekenntnis angesichts eigener persönlicher Schicksalsschläge verfasst.

Trotzdem zeigt dieser Text eine große Portion Gottvertrauen und Zuversicht. Und genau das können wir auch in diesen Zeiten gut gebrauchen. Wenn wir an unserer Zeit, an der Welt und an allem, was um uns herum geschieht verzweifeln, sollen wir nicht vergessen, dass wir in Gottes Hand sind und auch nie tiefer als in seine Hand fallen können.

Und so wünschen wir Euch eine gesegnete Zeit! Bleiben wir verbunden als Gemeinschaft der Wallfahrerinnen und Wallfahrer und vertrauen wir, dass Gott überall mit uns hingeht.

Herzliche Grüße und bleibt gesund!

Euer Wallfahrtsteam

 

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,

mein Triumphieren und Verzagen,

das Elend und die Zärtlichkeit.

 

Was macht, dass ich so fröhlich bin

in meinem kleinen Reich?

Ich sing und tanze her und hin

vom Kindbett bis zur Leich.

 

Was macht, dass ich so furchtlos bin

an vielen dunklen Tagen?

Es kommt ein Geist in meinen Sinn,

will mich durchs Leben tragen.

 

Was macht, dass ich so unbeschwert

und mich kein Trübsinn hält?

Weil mich mein Gott das Lachen lehrt

wohl über alle Welt.

 

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,

mein Triumphieren und Verzagen,

das Elend und die Zärtlichkeit.

 

(Hanns Dieter Hüsch)

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